"Das Verb lesen duldet keinen Imperativ. Eine Abneigung, die es mit ein paar anderen teilt: dem Verb lieben, dem Verb träumen ..."

Daniel Pennac: Wie ein Roman. Von der Lust zu lesen. 1998

 

Die Leseförderung am Brackweder Gymnasium vertritt den Ansatz, dass Lesekompetenz und Lesemotivation sich gegenseitig bedingen. Keines von beiden ist ohne das andere denkbar. Daher wird neben methodischen Ansätzen zur Förderung der Lesekompetenz auch die Förderung der Lesemotivation in den Blick genommen. Ein Konzept zur Förderung muss daher auch die unterrichtsadditive Förderung berücksichtigen. Daher gliedert sich jegliche Leseförderung in die drei Bereiche: Lesen im Unterricht, Lesen in der Schule und Kooperationen.

 

1. Lesen im Deutschunterricht

Leseinteresse

Lesekompetenz setzt Leseinteresse voraus. Dieses wird über alle Klassenstufen hinweg dokumentiert. So können die verschiedenen Interessen der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden. In der Unter- und Mittelstufe werden regelmäßig Buchvorstellungen durchgeführt. Anhand dieser Vorstellungen wählen die Schülerinnen und Schüler die Unterrichtslektüre nicht selten selbst aus.

Leseinteresse wecken – Methoden im Unterricht

Kindern zu sagen, dass Lesen sinnvoll ist, ist eher kontraproduktiv. Das Buch ist für Kinder, welche wenig eigenes Leseinteresse beitzen, eher ein Buch mit sieben Siegeln, das zu öffnen sie nicht in der Lage sind. Man muss diesen Kindern zu Erfolgserlebnissen verhelfen, indem man Ihnen einen Schlüssel in die Hand gibt. Darüber hinaus muss eine Motivation geschaffen werden, diesen Schlüssel auch zu verwenden. Man muss den Kindern Methoden an die Hand geben, mit diesem Schlüssel zu arbeiten.

Die Aufforderung zum Lesen wird meist nicht zum gewünschten Ergebnis führen, wenn sie nicht einer Einladung gleichkommt. Die bereits gemachte Erfahrung, dass alles, was mit Büchern zu tun hat, das eigene Versagen zu Tage bringt, wird so durch neue, positive Erfahrungen ersetzt. Das kann zum einen ein offen gemachtes Angebot sein, zum anderen das Schaffen eines Rahmens, der ein Fest oder eine andere außergewöhnliche Situation markiert. Die Literatur selbst bietet solche Übergänge in andere als die alltäglichen Welten und macht es uns vor.

Leseübungen

Leseübungen sind für die Lesekompetenz von herausragender Bedeutung. Erst durch den automatisierten Umgang mit dem Lesen eröffnen sich weitere Möglichkeiten für den Schüler, neue Inhalte aufzunehmen und zu lernen. "Für einen effektiven Umgang mit Texten ist hohe Dekodierfähigkeit unter anderem deshalb hilfreich, weil durch schnelleres Lesen Ressourcen für eine tiefere Verarbeitung des Textes zur Verfügungen stehen." (Deutsches PISA-Konsortium (Hrsg.): PISA 2000, a.a.O., S. 128). Schwache Leser haben große Schwierigkeiten, Texte überhaupt zu verstehen. Diese Übungen sind nicht nur für die Primarstufe und die Unterstufe der Sek I von Bedeutung!

Lesestrategien

Die Methoden zur Aktivierung von Vorwissen, zur Formulierung von Fragen an den Text, zur Klärung von Unklarheiten sowie zur Zusammenfassung von Textabschnitten bzw. des gesamten Textes werden über das Fach Deutsch hinaus in den verschiedensten Fächern beispielhaft eingeführt und dann auch in den anderen Fächern gepflegt. Das Brackweder Gymnasium knüpft dabei an die bereits bekannten Methoden aus anderen zuvor besuchten Schulen an.

Leseprozesse

Methoden, die den gesamten Leseprozess begleiten, fördern die intensive Auseinandersetzung mit dem Text; sie tragen dazu bei, die Lesekompetenz und dadurch auch die Leselust zu fördern. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Text kann zu einer Präsentation vor der Klasse führen. Zur Lesebegleitung werden unter Anderem folgende Methoden durchgeführt:

  • Lesekiste, roter Faden, Lesetagebuch, Lesekonferenzen, Lesemappen, Leseprotokolle …

 

2. Lesen in der Schule

Schule sollte über den Unterricht hinaus zum Lesen motivieren und zum Austausch über Gelesenes einladen! Schülerinnen und Schüler können gemeinsam die Erfahrung machen, dass es sich zu lesen lohnt.

Zugang zu Büchern schaffen

Den Zugang zu Büchern aller Art erhalten die Schülerinnen und Schüler in einer Klassenbücherei, der Schulbibliothek sowie mit Hilfe des Schulausweises in der Stadtbibliothek Bielefeld.

Lesekulturen

Lesen muss über die Klassenräume hinaus gehen, wenn es ein Bestandteil des Schullebens sein soll.

An bestimmten Tagen soll so in reservierten Räumen außerunterrichtliches Vorlesen durchgeführt werden. Dabei können neben Lehrern auch Eltern, Paten oder Schülerinnen und Schüler die Rolle des Vorlesers übernehmen. Ziel ist es dabei auch, soziales Lernen anzuregen, da das Vorlesen klassenübergreifend stattfindet.

Lesenächte

Bei einer einmaligen Veranstaltung treffen sich Schülerinnen und Schüler abends in der Schule. An diesem Abend wird aus verschiedenen Büchern vorgelesen. Die Schülerinnen und Schüler bringen ihre eigenen Bücher mit, welche sie vorstellen können. Gemeinsame Aktivitäten (Lesezeichen basteln, Schatzsuche, gemeinsames Essen…) runden den Abend ab.

 

Aktionen zum Weltbuchtag an der Schule

Zeitnah zum Welttag des Buches findet der obligatorische Besuch der Stadtteilbibliothek in den fünften Klassen statt. Gemeinsam mit der Stadtbibliothek werden Aktivitäten geplant und durchgeführt. Die Stiftung Lesen stellt Buchgutscheine für ganze Klassen zur Verfügung, die einzeln oder im Klassenverband in einer Buchhandlung abgeholt werden können.

Bundesweiter Lesewettbewerb

Jährlich im Dezember findet der schulinterne Lesewettbewerb der sechsten Klassen statt. Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 fungieren als Jury. Die Schulgewinnerin oder der Schulgewinner besucht den Stadtlesewettbewerb in der Stadtbibliothek. Darüber hinaus kann dann landes- und bundesweit an Lesewettbewerben teilgenommen werden.

 

3. Kooperationen

Das Brackweder Gymnasium ist vor vielen Jahren mit der Stadtbibliothek Bielefeld eine Kooperation eingegangen. Weitere Schulen dieser Kooperationen pflegen gemeinsam mit uns den regelmäßigen Kontakt. Bei halbjährlichen Treffen kann durch den Austausch der Schulen untereinander die Leseförderung an der Schule ausgeweitet werden. So profitieren alle voneinander.

Unsere Schulbibliothek wird als Bestandteil des Lern- und Informationszentrums von der Stadtbibliothek verwaltet. Die Schülerausweise fungieren gleichzeitig als Leihausweis der Bibliothek. Die Bücher der Schulbibliothek sind im Katalog der Stadtbibliothek verankert und aufgeführt.  

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