Förderung des eigenverantwortlichen Lernens und Arbeitens

Am Gymnasium gibt es in der Sekundarstufe I bei Wahl einer dritten Fremdsprache zehn Ergänzungsstunden, ansonsten sind es zwölf. Mindestens fünf Stunden sollen für individuelle Förderung eingesetzt werden (APO-SI, § 3 Abs. 3).

In den „Empfehlungen des „Runden Tisches zu G8 / G9“ an die Landespolitik in Nordrhein-Westfalen“ wird empfohlen, die „Nutzung der Ergänzungsstunden auf eine neue Grundlage“ zu stellen, um Schülerinnen und Schüler im G8 entlasten zu können.

Damit wir den Empfehlungen nachkommen, ist eine Neuorganisation der Ergänzungsstunden am Brackweder Gymnasium unabdingbar:

1. Zielsetzung für die Arbeit in den Ergänzungsstunden:

Die Ergänzungsstunden werden zur Förderung, Forderung oder Entlastung von Schülerinnen und Schülern genutzt. Dabei steht bei der jetzigen und zukünftigen Entwicklung des Konzeptes die Steigerung der Eigenverantwortlichkeit der Schülerinnen und Schüler für Ihren Lernprozess im Vordergrund. Zusätzlich soll die Individualität der Förderung, Forderung oder Entlastung mit Blick auf das Leistungsvermögen der S. u. S. verbessert werden.

2. Organisation der Ergänzungsstunden:

2.1 Allgemeines

Zwei Stunden werden als fest im Stundenplan verankerte Förder- bzw. Forderstunden, bei uns „ELA-Stunden“, pro Woche in allen Jahrgangsstufen von Jahrgang 5 bis Jahrgang 9 für alle Schülerinnen und Schüler ausgewiesen. Die Stunden dienen der Förderung des eigenverantwortlichen Lernens und Arbeitens.

Die ELA-Stunden werden über einen Jahrgang geblockt. Eine der beiden Stunden soll auf jeden Fall als Randstunde in den Stundenplan eingeplant werden, damit eine Entlastung von leistungsstarken Schülerinnen und Schülern durch Kürzung des Unterrichts im Rahmen einer ELA-Stunde möglich ist.

Es gibt mindestens eine ELA-Lerngruppe mehr als es Klassen im Jahrgang gibt. Anzustreben ist eine Gruppengröße von unter 20 Kindern.

ELA-Stunden beginnen mit dem Start des Schuljahres. In den ersten zwei Wochen des Schuljahres, die zur Auswertung der Wahlen und Zuweisungen benötigt werden und daher noch nicht fach- bzw. themenorientiert gestaltet sein können, werden die Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr mit dem Konzept der ELA-Stunden vertraut gemacht. Ist das System der ELA-Stunden etabliert, können die Stunden zu Beginn des Schuljahres genutzt werden, um Methoden und Arbeitstechniken zu wiederholen. Ein Plan zur Wiederholung der bis zur entsprechenden Jahrgangsstufe eingeführten Methoden und Arbeitstechniken wird im Laufe des Schuljahres 2015/2016 erstellt und so verschriftlicht, dass er in den kommenden Schuljahren optimiert werden kann.

2.2 Jahrgang 5:

In der Jahrgangsstufe 5 wird das Fach ELA einstündig durch einen der Klassenlehrer im Klassenverband erteilt. Die Schüler üben und reflektieren unterschiedliche Lernwege und erwerben Strategien, eigenständig Lösungen zu suchen, wenn Schwierigkeiten im Lernprozess auftreten. Sie werden angeleitet, ihr Lernen zu planen, z.B. sich auf Klassenarbeiten vorzubereiten und ihre Arbeitsergebnisse zu kontrollieren. Zunächst exemplarisch an dem vom Klassenlehrer erteilten Fach, ab dem zweiten Halbjahr in den 3 Fächern M, D und E üben sie, sich selbst erreichbare Ziele zu setzen und zunehmend selbständig zu verfolgen.
Die ELA-Stunden werden ab dem 1. Halbjahr der Jahrgangsstufe 6 zweistündig im Kurssystem organisiert. Für die Organisation gilt dann das Gleiche wie für die anderen Jahrgangsstufen.

Die ELA-Stunden werden ab dem 1. Halbjahr der Jahrgangsstufe 6 zweistündig im Kurssystem organisiert. Für die Organisation gilt dann das Gleiche wie für die anderen Jahrgangsstufen.

3. Inhalt der Ergänzungsstunden:

3.1 Allgemeines

Das Kursangebot beschränkt sich zunächst auf einen kleinen, überschaubaren Rahmen. Es finden Kurse in den schriftlichen Fächern (M, D, E, später auch L/F) statt. Zusätzlich könnte es zu Beginn schon die Kurse LRS, eventuell Sportkurse (z.B. „Schwimmen lernen“ in 5.2) o. ä. geben.

Das Kursangebot soll sukzessive ausgebaut werden. Möglichkeiten für den Ausbau des Kursangebotes sollen aus Vorschlägen des Lehrerkollegiums und der Schülerschaft (möglicherweise Kurse, die durch Oberstufenschüler geleitet werden) gewonnen werden. (z. B.: EVA – Kurse, Sportangebote, Neigungskurse, Schach, Streitschlichter, etc.).

Kompetenzraster können (für die S. u. S.) eine Hilfe sein, ihren Leistungsstand und ihren Förderbedarf zunehmend selbstständig zu überprüfen. Die selbstständige Auswahl von passenden Arbeitsblättern aus dem Materialpool kann durch die Arbeit mit Kompetenzrastern vereinfacht werden.

Die Kurse in den schriftlichen Fächern sollten zunächst im Wesentlichen „Kartenkurse“ sein. Die S. u. S. wählen aus einem Pool Arbeitsblätter, die laminiert, nach Schwierigkeitsgrad sortiert und mit der Möglichkeit der Selbstkorrektur versehen sind, aus und bearbeiten diese selbstständig in ihrer ELA-Mappe. Der Materialpool muss von den ELA-Lehrern mit Unterstützung der Fachkonferenz zusammengestellt und kontinuierlich ausgebaut und optimiert werden.

Die Sortierung nach Schwierigkeitsgrad soll so aussehen:

Buben – Aufgabenstellungen: für schwache S. u. S., die zur Förderung dem Kurs zugewiesen wurden,

Damen – Aufgabenstellungen: mittleres Schwierigkeitsniveau, werden von S. u. S. genommen, die zur Verbesserung ihrer Leistungen aus dem Zensurenbereich 3 – 4 üben wollen,

Könige – Aufgabenstellungen: für leistungsstarke S. u. S., die sich neue Aspekte des Faches erarbeiten möchten oder Unterrichtsinhalte vertiefend bearbeiten wollen.

Die Aufgabenbearbeitung erfolgt schriftlich in einer eigenen ELA-Mappe. Aufgaben müssen von den Karten abgeschrieben und nach der Bearbeitung selbstständig korrigiert werden. Bei der Korrektur sollten die S. u. S. Fehler farbig anstreichen und Richtiges andersfarbig abhaken. Fehler sollten anschließend in Form einer Berichtigung unterhalb dem bislang geschriebenen korrigiert werden. Von einer Korrektur durch Entfernen des Fehlers ist abzusehen.

Bearbeitete Karten werden in einer speziell für die ELA-Stunden entwickelten Tabelle eingetragen (Beispiel in Form eines Heftes liegt vor). Diese Tabelle befindet sich in der ELA-Mappe. Der ELA-Lehrer zeichnet die Aufgaben ab und soll in der Tabelle Anmerkungen zum Arbeitsverhalten eintragen. Die Tabelle wird in regelmäßigen Abständen von den Klassenlehrern und von den Eltern kontrolliert und die Kontrolle wird durch Unterschrift bestätigt. Häufige Versäumnisse und Fehlverhalten müssen in Gesprächen mit Eltern, Schülern und Klassenlehrer oder ELA-Lehrer aufgearbeitet werden.

Das selbstständige Arbeiten mit den Karten und der Umgang mit der ELA-Mappe sowie dem ELA-Heft / der ELA-Tabelle wird zu Beginn des Schuljahres mit den S.u.S. aller Jahrgangsstufen besprochen. Den Eltern wird das Konzept auf den ersten Klassenpflegschaftsversammlungen des Schuljahres vorgestellt.

3.2 Differenzierung:

Die Kurswahl richtet sich im Grundsatz nach Neigung. Bei Defiziten in einem der in den ELA-Stunden angebotenen Fächer werden S. u. S. jedoch einem Kurs zugewiesen. Über die Zuweisung entscheidet der Fachlehrer nach Rücksprache mit dem Klassenlehrer.

Die Zuweisung ist bindend, eine anderslautende Wahl der S. u. S. wird dann ungültig. Die Zuweisung gilt immer nur für eine der beiden ELA-Stunden, so dass die S. u. S. in der zweiten ELA-Stunde entweder ein Neigungsfach wählen können oder bei weiteren Defiziten einem anderen Fach zugewiesen werden.

Leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler, die einem Kurs zugewiesen wurden, erhalten vom jeweiligen Fachlehrer eine Notiz in ihrer ELA-Mappe (s.u.), in welchem fachlichen Bereich sie speziell üben sollen. So ist es für die S.u.S. leichter, die passenden Arbeitskarten bzw. Materialien auszuwählen.

Schülerinnen und Schüler, die keinen Förderbedarf haben und nicht in einem „Grünen Kartenkurs“ mit Arbeitskarten arbeiten, können die Zeit anderweitig sinnvoll nutzen (z. B. an einem selbstgewählten Thema arbeiten, Hausaufgaben erledigen, Vorbereitung, Referate erstellen, etc.) bzw. durch die als Randstunde liegende ELA-Stunde entlastet werden. Dieses erfordert jedoch eine für ein Quartal verbindliche Abstimmung mit dem Klassenlehrer.

Elke Klos, Lena Wald-Dasey, Christina Wirausky, Frank Butschkat

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